Familie Malaji wurde geholfen

Vor einiger Zeit berichteten wir über die lebensunwerten Umstände, unter denen die Großfamilie Malaji lebt.

Die Familie lebte in einem 3×3 Meter Verschlag. Die Mitarbeiter der Ndlovu Care Group wurden auf die Familie aufmerksam und schritten sofort ein.

Der Verschlag, in dem die Familie lebte wurde renoviert. Allein der Einsatz von Fenstern, ein zusätzlicher Raum, ein Flur und vieles mehr bedeuten nun soviel mehr Lebensqualität für die Familie. Zusätzlich wurden sie in die Programme der Ndlovu Care Group integriert, was bedeutet, dass sie jetzt regelmäßig Nahrung, medizinische Versorgung und andere überlebenswichtige Dinge bekommen, die die Familie bisher entbehrte.

In der Zwischenzeit setzt Ndlovu alles daran, die Familie in ein sicheres, festes Gebäude umzuziehen bevor die kalte Jahreszeit kommt. Ein Haus, das auch in der Regenzeit Schutz bieten kann. Bisher lief der Verschlag voll und überschwemmte den Boden. Die wenigen Besitztümer der Familie wurden nass und häufig unbrauchbar. Es gab in der Hütte kaum Möglichkeiten, Dinge sicher zu lagern. Zudem gibt es in der näheren Umgebung eine Wasserstelle, die nächste Schule ist meilenweit entfernt. Die Familie hatte kein Einkommen, um ihre Situation zu verbessern.

Zuallererst musste ein Standort gefunden werden. Es sollte so nah wie möglich am Ndlovu Bloempoort Campus ein Platz für das neue Gebäude gefunden werden. So wird sichergestellt, dass die Familie fußläufig die Ernährungseinheit, die Vorschule und andere Angebote der Ndlovu Care Group erreichen kann, insbesondere die Wasserversorgungsstellen des Campus. Nach Verhandlungen mit dem örtlichen Stadtrat wurde ein Grundstück gesichert.

Nun wurde begonnen, Baumaterial zu suchen. Mit den Überbleibseln früherer Bauprojekten wurde schließlich so viel zusammengetragen, dass eine stabile kleine Hütte gebaut werden konnte – mit einem Wohnraum, Schlafräumen, genügend Fenstern, um eine ausreichende Belüftung zu garantieren, und sogar ein Vordach. Die Außentoilette ist ungeahnter Luxus für eine Familie, die vorher so etwas noch nicht kannte. Durch die Unterstützung des Ndlovu Child Care Programs, aber auch der persönlichen Beteiligung von den Sozialarbeitern und dem Lebensberater der Familie konnte das kleine Haus mit Möbeln und anderen Notwendigkeiten ausgestattet werden.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die geholfen haben, das Elend dieser Familie zu lindern.

 

Das neue Heim der Familie Malatji wurde mithilfe der Ndlovu Care Group gebaut.

Der Bau der Außentoilette ist ein Komfort, den die Familie bisher nicht kannte.

Die Toilette mit fester Schüssel.

Schränke und Tische stehen im neuen Wohnraum der Familie.

Zum neuen Haus der Familie gehören nun auch mehrere Schlafräume.

 

Bemerkenswerter Erfolg für das Behinderten-Rehabilitationszentrum Jorishaus

Im Jorishaus steht die Förderung von behinderten Kindern im Mittelpunkt. In ländlichen afrikanischen Gegenden werden behinderte Kinder als Fluch und Strafe betrachtet. Sie werden in den Familien versteckt und von der Gemeinde isoliert. Eine Förderung der individuellen Fähigkeiten erfolgt in der Familie oft nicht – teils aus Scham, teils aus Unvermögen. Das Leben dieser Kinder ist oft ein Siechtum, dabei wäre es manchmal ein Leichtes viel mehr aus ihrem Leben zu machen. An diesem Punkt schreitet nun die Ndlovu Care Group ein. Man hat sich vorgenommen, sich den Problemen der behinderten Bevölkerung zu stellen und eröffnete Anfang Mai das Jorishaus. Ein Rehabilitationszentrum für gehandicapte Kinder. Ndlovu hofft, so vielen Kindern wie möglich hier die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten zu erweitern und zu trainieren. In den ersten Tagen war der Zulauf enorm hoch. Dabei reichen die Beeinträchtigungen der jungen Patienten von leichten Intelligenzschwächen bis zu zerebralen Spasmen. Die Unterweisungseinheiten im Jorishaus sind ganz individuell auf den Bedarf des jeweiligen Kindes ausgelegt, um so die besten Entfaltungsmöglichkeiten zu garantieren.

Latoya und Simphiwe beispielsweise – beide 17 Jahre – leiden am Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS), was es ihnen unmöglich macht, im normalen Schulunterricht zu folgen. Im Unterricht des Jorishauses wird gezielt das Selbstvertrauen dieser Kinder aufgebaut und ihre Moral gestärkt. Auf lange Sicht sollen diese Kinder anerkannte Mitglieder der Gemeinschaft werden.

Latoya und Simphiwe haben nun von Ndlovu ein Training bei der HRST vermittelt bekommen, bei dem ihre Kommunikationsfähigkeiten geschult werden. Der zweitägige Kurs ist speziell für Rezeptionisten und den Umgang im Erstkontakt am Empfang ausgelegt. Der Kurs schließt mit einer mündlichen Präsentation ab. Das ist das erste Mal, dass sich die beiden einer derartigen Prüfungssituation stellen. Begleitet werden sie von Ndlovus Child Care Manager und dem Ergotherapeuten des Jorishauses. Diese stehen den beiden in der ungewohnten und nervenaufreibenden Situation zur Seite und stärken ihnen den Rücken.

Über das ganze Gesicht grinsend erzählte Simphiwe zu Beginn der Reise: „Wenn ich irgendwo arbeiten könnte, wo ich den ganzen Tag Englisch spräche, wäre ich überglücklich.“ Seine Mutter bestätigte mit Tränen in den Augen, dass sie sich so sicher war, dass ihrem Sohn so viele Möglichkeiten offen stünden, wäre er erst in einem der Programme von Doktor Tempelman aufgenommen.

Beide haben den Kurs mit Bravour gemeistert. Gerade die mündliche Präsentation am Ende hat beiden noch einmal die erhoffte Bestätigung gebracht. Sie konnten nicht nur den anderen, sondern vor allen Dingen auch sich selbst beweisen, dass sie etwas erreichen können. Dieses Selbstvertrauen wird sie stärken und es ihnen ermöglichen, in ein berufliches Alltagsleben zu starten. Beide sind jetzt in einer Datenbank für Jobsuchende aufgenommen.

Wir drücken und die Daumen und wünschen den beiden für die Zukunft alles Gute.

Lesen Sie mehr über das Behindertenprogramm in Elandsdoorn:

Behinderte Kinder in Südafrika?

Aktuelles aus dem Jorishaus – dem Betreuungszentrum für behinderte Kinder der Ndlovu Care Group

Simphiwe zeigt stolz sein Abschlusszertifkat.

Simphiwe und Latoya mit ihren Studienunterlagen.

Das Team ist sehr stolz auf die Leistung der beiden Jugendlichen.

HRST ermöglichte den beiden Jugendlichen aus Ndlovus Jorishaus eine Weiterbildung zum Rezeptionisten.

Aktuelles aus dem Jorishaus – dem Betreuungszentrum für behinderte Kinder der Ndlovu Care Group

Das Jorishaus der Ndlovu Care Group hat nun schon sein erstes Quartal beschlossen. Zeit, einmal einen Blick auf die aktuellen Zahlen zu werfen. 19 Kinder sind derzeit aufgenommen. Sie sind zwischen 4 und 25 Jahren alt. 9 haben zerebrale Lähmung und 10 Intelligenzbeeinträchtigungen.

Das kleine Team, das die Kinder nach diesem innovativen Ansatz gemeinschaftlicher Förderung betreut, besteht aus einem Ergotherapeuten und zwei Gesundheitshelfern aus der Gemeinde unter der Leitung von Moronga Magongoe.

Über das Jorishaus berichteten wir kürzlich. Lesen Sie hier und schauen Sie sich den Beitrag an:

Künstlerisches Gestalten ist eine wichtige Beschäftigung für die Kinder.

Erstaunliche kleine Kunstwerke entstehen im Unterricht.

Auf regelmäßige und gesunde Ernährung wird sehr viel Wert gelegt.

Eine neues Research Center in Elandsdoorn für die Forschung

Südafrika ist immer noch einer der weltweiten Hotspots der HIV-Epidemie. Unter den Subsahara-Länder ist es eines der Länder mit der höchsten HIV-Prävalenz der Welt. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion der Lebenserwartung der südafrikanischen Bevölkerung. Hierunter haben vor allem die Kinder zu leiden, die nicht nur um ihre Zukunft, sondern auch um ihre Kindheit betrogen werden. Die Krankheit nimmt ihnen die Eltern, oft bleiben sie gänzlich verwaist zurück. Die Ndlovu Care Group tut für diese Kinder, was sie kann. Der ganzheitliche Ansatz greift von der Sicherung der Wohnsituation über regelmäßige und gesunde Ernährung bis hin zur schulischen Ausbildung. Doch in den Jahren hat man festgestellt, dass das nicht reicht. Das Problem muss bei der Wurzel gepackt werden. Man versucht die Auswirkungen der Krankheit so gut es geht einzudämmen, ihr Ausbreiten durch Aufklärung und Medikation zu verhindern. Doch was weiß man über diese Krankheit? Wird es möglich sein, die Infektion gänzlich zu verhindern oder gar zu heilen? Dazu muss man mehr wissen. Und um Wissen zu erlangen, muss man Forschen und Beobachten.

Die Ndlovu Care Group hat ihre Forschungsinfrastruktur in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. In Elandsdoorn sind zwei neue Zentren für die Forschung entstanden. Das neueste kombinierte Forschungszentrum mit Labor soll im September dieses Jahres eröffnet werden.

Die Ndlovu Care Group will den Aufbau von Forschungskapazitäten in Afrika fördern, akademische und evidenzbasierte Arbeitsmethoden in den ländlichen Gegenden von Limpopo einführen und beste Bedingungen zur Re-Migration von professionellen Kompetenzen in die ländlichen Gegenden bereitstellen. Hierzu wird eine verbesserte Forschungsinfrastruktur geschaffen und herausfordernde Forschungsprogramme akquiriert.

Im vergangenen Jahr stand die Forschung zur HIV-Verhütung mittels Vaginalring im Fokus. Die ersten Resultate waren überzeugend und wurden im letzten Jahr in Boston präsentiert. Jetzt geht es um die Registrierung des Medikaments. Derzeit arbeitet man daran eine Studie für HIV Vaccine Trials Network aufzusetzen, die einen Impfstoff gegen AIDS entwickelt haben und nach der Tierversuchsphase nun zur Humanstudie übergehen. Wir berichteten in der vergangenen Woche darüber. Ndlovu ist eines von 12 Laboren, die die Studie durchführen. Es gibt in Südafrika nicht viele Organisationen, die das bewerkstelligen können.

Um für all diese Studien gerüstet und qualitativ ausgestattet zu sein, war der Bau einer neuen Einrichtung überfällig. Die bisherigen 48 qm Forschungslaboratorium platzen längst aus allen Nähten. Denn die Patientenakten der betreuten Studien müssen bis zu 15 Jahre aufbewahrt werden. Der Bau des neuen Hauses begann im August letzten Jahres. 17 Konsultationszimmer, 4 Büros und ein Besprechungsraum umfasst das Erdgeschoss. Im oberen Stockwerk befindet sich ein Labor. 512 qm stehen nun für umfassende Studien und Untersuchungen zur Verfügung. Die Ausstattung ist hochwertig und auf dem allerneusten Stand, um zu garantieren, auch für weitere zukünftige Studien qualifiziert ausgestattet zu sein. Es gibt sogar eine Rampe zur Auffahrt für Rollstühle. Das Research Center ist vermutlich das Einzige im ländlichen Raum Afrikas, das auch eine Einrichtung zur Plasmaaufbewahrung hat. Sechs Kühlschränke mit -84 Grad und einer mit -125 Grad Celsius stehen zur Aufbewahrung der Zellen hier zur Verfügung.

Die Baukosten dagegen waren vergleichsweise niedrig: selbst entwickelt und gezeichnet, nur mit Handwerkern aus der Gemeinde gebaut. So entspricht es auch dem Grundsatz der Ndlovu Care Group – Förderung der Gemeinde vor Ort. Nur das Polyvinyl für den Boden, das Glas und Aluminium wurden professionell zugekauft. So belaufen sich die Investitionskosten bei weniger als einer halben Million Euro. Das gesamte Research Center ist solarbetrieben und reduziert damit CO2-Emissionen. Damit ist es das erste seiner Art im ländlichen Raum Afrikas.

Die Vorinvestitionen sind hoch, damit wird allerdings in die Zukunft investiert. Die Chancen, die dieses Forschungsgebiet mit sich bringt, sind enorm. Nicht nur den Menschen vor Ort kann geholfen werden. Die Erkenntnisse sind übertragbar – in ganz Afrika wie auch auf die gesamte industrialisierte Welt, in der AIDS vielleicht keine alltägliche Bedrohung aber doch eine nicht kleinzuredende Realität für viele ist. Den Kindern vor Ort sichert diese Forschung zumindest eine Zukunft.

 

Behindertengerechter Eingang zum neuen Research Center der Ndlovu Care Group in Elandsdoorn. Die Rampe stellt sicher, dass wirklich jeder zur Untersuchung kommen und Teil wichtiger Forschung sein kann.

 

Erste Innenansichten des neuen Forschungszentrums.

Das Labor wird auf dem neuesten Stand der Forschungstechnik sein.

Das Gebäude wird komplett mit Solarpanelen ausgestattet, sodass es möglichst energieeffizient betrieben werden kann.

Mitreißende Vorstellung des Chors und der Theatergruppe im Miracle

Wie angekündigt fand am vorigen Wochenende das Treffen des Ndlovu Youth Choir und des Mzansi Youth Choirs statt und wie erwartet war es ein großartiger Auftritt. Die jungen Sänger trafen sich zum ersten Mal am Vormittag und sofort sprang der Funke über. Den enthusiastischen Auftritt sehen Sie in folgendem Film.

Neben dem brillanten Chorkonzert gab es auch eine Aufführung der Theatergruppe. Autorin und Regisseurin ist das ehemalige Chormitglied Keaobaka Makanyane. Keaobaka spielte zusammen mit Khomotso im Jahr 2011 die Hauptrollen im Elandsdoorn-Film „Life above all“. Für Ihr Schauspiel wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Nun ist Keaobaka zurück bei der Ndlovu Drama Group und unterstützt und hilft, wo sie kann. So entstand ein hervorragendes Schauspiel über die sozialen Missstände in den ländlichen Gemeinden. Die jungen Nachwuchsschauspieler haben das Publikum verzaubert.

Nachwuchsschauspieler der Ndlovu Drama Group

Nachwuchsschauspieler der Ndlovu Drama Group

 

Auftritt der Ndlovu Drama Group

 

Begeisterung im Miracle Theater

 

Ein Impfstoff gegen HIV – Ndlovu ist Teil der Forschung

Ein HIV-Impfstoff ist das ultimative Ziel an dem Forschungsgruppen intensiv forschen. Im April 2016 kontaktierte das HIV Vaccine Trails Network Dr. Hugo Tempelman. Das Network hat einen Impfstoff gegen AIDS entwickelt und will nun nach der Tierversuchsphase in die Humanstudie starten. Man ist auf der Suche nach Laboren, die die zweite Phase einer Impfstoffstudie durchführen könnte. Das stieß auf lebhaftes Interesse und die Überlegungen wurden konkretisiert.

 

Das HIV Vaccine Trials Network ist ein internationales Netzwerk von Forschern, Kliniken und Laboren, die zusammen am großen Ziel arbeiten, einen Impfstoff gegen HIV zu finden.

Die Behandlung von HIV-Infektionen und Aids wurde dramatisch verbessert. Doch ist das kein Ersatz für eine umfassende Prävention. Aktuelle HIV-Medikamente sind sehr teuer und haben viele Nebenwirkungen. Manche Patienten entwickeln eine Immunität gegen die Medikamente. In diesem Fall muss die gesamte Medikation geändert und angepasst werden. Oft ist das für die Patienten sehr beunruhigend und anstrengend. Auch die regelmäßige Versorgung mit Arzneimitteln ist nicht immer gesichert. Auch gibt es in Entwicklungsländern oft nicht die gleichen Medikamente wie in den Erste-Welt-Ländern. Die Anzahl der Neuinfektionen übersteigt immer noch die optimalen Versorgungsmöglichkeiten der bereits Infizierten.

Das Ndlovu-Forschungsteam, vertreten durch Jerry Marobyane, Dr. Robert Moraba, Liesje Tempelman und Dr. Hugo Tempelman nahmen an einer Konferenz teil. Hier wurden drei Tage Brainstorming, Vorträge und Informationen über den bevorstehenden HIV-Impfstoff-Prozess präsentiert.

Ndlovu ist stolz, Teil eines so international angesehenen Netzwerks zu sein.

 

Das Ndlovu-Forschungsteam, vertreten durch Jerry Marobyane, Dr. Robert Moraba, Liesje Tempelman und Dr. Hugo Tempelman nahmen an einer Konferenz zur Erforschung eines HIV-Impfstoffs teil.

Charlottes berührende Geschichte

Im vergangenen Jahr lernte Clemens Schick die junge Elandsdoornerin Charlotte kennen. Ihre Geschichte bewegte ihn und uns sehr. Wir haben größten Respekt vor diesem Mädchen, das sich nach dem Tod der Mutter allein durchs Leben schlagen musste. Mittlerweile ist Charlotte im Kinderhilfsprogramm der Ndlovu Care Group aufgefangen und eingebettet. Von hier aus macht sie erfolgreich ihren Weg. Ihre Geschichte schildert sie eindringlich und ergreifend in folgendem kleinen Beitrag.

 

Mehr über Charlotte lesen Sie hier:

Charlotte – Eine Gewinnergeschichte mit Höhen und Tiefen

Charlotte wird Rettungsassistentin

 

Behinderte Kinder in Südafrika?

Was ist mit behinderten Kindern in Südafrika? Diese Frage, die unser Botschafter Clemens Schick bei seinem Besuch stellt, ist nicht unberechtigt. Liesje klärt auf, dass behinderte Kinder in der Gemeinschaft oft versteckt werden. Es wird als Fluch angesehen, als Strafe für böse Taten, wenn man ein behindertes Kind zur Welt bringt. Das ist der Grund, warum behinderte Kinder und deren Familien oft ausgestoßen sind und ins soziale Abseits geraten.

Die Ndlovu Care Group hat sich in diesem Jahr das Ziel gesetzt, dem entgegen zu wirken. Es sollen mehrere Tagebetreuungsstätten eröffnet werden, die sich ganz diesen Menschen widmen. Dabei sollen diese keine Betreuungsheime darstellen, sondern die Kinder wie auch die Eltern sollen hier ausgebildet werden. Ihnen wird gezeigt, wie mit der jeweiligen Behinderung umzugehen ist, wie die Kinder gefördert werden können. Es ist ein Tagesprogramm. Die Kinder werden nicht aus den Familien genommen. Drei Tage in der Woche ist das Programm im Haus, drei Tage gehen die Mitarbeiter zu den Familien nach Hause, sehen sich die Lebenssituationen vor Ort an und geben praktische, individuelle Hilfestellung, wie der Alltag behindertengerechter gemeistert werden kann. Die erste Einrichtung, das Jorishaus wurde bereits eröffnet und ist ein Riesenerfolg! Am ersten Tag kamen 27 Familien mit behinderten Kindern.

Das Jorishaus war ursprünglich als Frauenhaus geplant, aber das Sozialamt nutzte die Einrichtungen nicht. Nach langem Leerstand wurde es nun zum ersten Behindertenzentrum der Gegend umgebaut. Der Entschluss war langwierig, da ein ganz neues Kompetenz- und Behandlungsfeld bei Ndlovu aufgemacht wurde. Die Sicherstellung einer qualifizierten personellen Begleitung der kleinen Patienten stand hierbei im Vordergrund. Nicht nur das medizinische Personal muss entsprechend ausgebildet sein, sondern auch die sozialen Betreuer, die den Familien Hilfestellung geben. Sogar der Tischler wurde für seine Arbeit entsprechend geschult und fertigte behindertengerechte Übungsgeräte für das Haus an. Die Betreuung fußt auf dem Conductive Education System. Es werden Generalisten dabei ausgebildet in übergreifenden Bereichen der Physiotherapie, Orthopädie, Logopädie, Kinderbetreuung. Im weiteren Verlauf soll es eine Ausbildungsschule geschaffen werden.

Auf gesunde und regelmäßige Ernährung wird hier viel Wert gelegt.

Die ersten Besucher des neuen Behindertenzentrums.

Begrüßung der ersten Familien

Auch Sport gehört zum Programm des Behindertenzentrums.

Clemens Schick beeindruckt vom Ndlovu Youth Choir

Im letzten Sommer besuchte Clemens Schick als Botschafter der Hugo Tempelman Stiftung Elandsdoorn und die Ndlovu Care Group. Dabei lernte er natürlich auch den Ndlovu Youth Choir und die Mitglieder kennen. Der Chorleiter Ralf Schmitt ist eine charismatische Persönlichkeit, das schildert Sandile sehr deutlich in diesem kleinen Film. Wir haben bereits über Sandile berichtet, der seinen Weg erfolgreich gemacht hat, ermöglicht durch die Kinderhilfsprogramme der Ndlovu Care Group.

Das es beim Ndlovu Youth Chor nicht nur ums Singen geht, sondern vielmehr um eine Lebenseinstellung, eine Haltung zum Leben wird hier sehr deutlich.

Schauen Sie selbst. Am Wochenende, genauer am 1.7., hat der Ndlovu Youth Choir einen großen Auftritt im Miracle. Zusammen mit dem Mzoni Youth Choir werden sie wieder einen fantastischen Abend präsentieren, zu dem alle in der Umgebung herzlich eingeladen sind. Selbstverständlich ist der Eintritt kostenfrei.

Wir sind gespannt auf viele tolle Eindrücke und werden berichten!

Der Mzoni Youth Choir titt zusammen mit dem Ndlovu Youth Choir auf.

Refilwe: Mehr Mut als die meisten!

Refilwe Magwai ist eine junge Frau, die nicht so einfach aufgibt. Mit ihrem offenen Lächeln und ihrer reizenden Persönlichkeit versucht sie darüber hinwegzutäuschen, aber sie hat mehr Elend in ihrem Leben gesehen als andere junge Leute ihres Alters.

Beide Eltern starben, Refilwe und ihr Bruder Thabiso waren als Waisen ganz auf sich allein gestellt. Als Ndlovu sie fand lebten sie in unvorstellbar schlechten Verhältnissen. Sie hatten überhaupt keine Vorräte, kein Geld, nichts, nicht einmal eine Geburtsurkunde, die Voraussetzung um stattliche Unterstützung beantragen zu können.

Der erste Schritt war, den Kindern eine feste Unterkunft zu geben und Ndlovu nahm sie in eines ihrer Kinderhäuser für AIDS-Waisen auf. Das erste Mal seit sehr langer Zeit fühlten die Kinder so etwas wie Zugehörigkeit und Zuwendung.

Refilwe versuchte, ihren Bruder und sich selbst zu motivieren, regelmäßig zur Schule zu gehen. Aber die Belastung wurde zu viel für sie. Ihrem kleinen Bruder die Eltern zu ersetzen und der Druck, ohne Papiere zu leben, somit quasi keinen Anspruch auf nichts zu haben, dem konnte Refilwe nicht standhalten und ging in der 9. Klasse von der Schule ab.

Ndlovus Sozialarbeiterin Ruth Chaulke nahm sich der beiden an und mit ihrer Hilfe haben Refilwe und Thabiso endlich im Januar letzten Jahres ihre Geburtsurkunden erhalten. Nun war es ihnen möglich, staatliche Unterstützung zu beantragen, wobei ihnen auch Ruth wieder half.

Mit dem Erhalt dieser so wichtigen Dokumente gab Refilwe sich selbst ein Versprechen: In 2017 würde sie wieder zur Schule gehen. Sie würde das erste Mitglied ihrer Familie seit drei Generationen sein, dass einen Schulabschluss machen würde. Sie würde sehr gern eine Ausbildung zur Krankenschwester machen.

Und als nun in diesem Jahr die Schule wieder begann, war Refilwe da. Ohne Unterstützung von außen kam sie ganz allein wieder zurück. Sie und ihr Bruder wohnen sehr weit von der Schule entfernt, aber sie sind gekommen. Refilwe hat nur eine Jungen-Schuluniform, aber das macht ihr nichts aus. Sie hat auch noch keine Schulbücher, aber auch das kann sie nicht stoppen. Sie glaubt an sich, wenn sie es so weit geschafft hat, dann kann sie auch noch weiter gehen. Sie hat ihr Ziel vor Augen und den festen Willen, es sich selbst zu beweisen.

Wir drücken ganz fest die Daumen!

Bitte helfen Sie, dass Kinder zur Schule gehen können. Nur mit Schuluniform dürfen die Kinder in die Schule gehen. Haben sie keine, werden sie nicht in der Schule zugelassen. Eine Schuluniform kostet ungefähr 50 Euro. Nicht viel Geld, um den Grundstein für Bildung zu legen. Spenden Sie jetzt! Per Paypal ganz einfach und direkt hier oder auf unserer Übersicht zu aktuellen Spendenprojekten.

Schuluniformen

Personal Info

Donation Total: 5,00€

Refilwe vor ihrem eigenen Haus, dass sie im Rahmen des Ndlovu Child Care Programs beziehen konnte. Hier findet sie Ruhe und Sicherheit, um für sich und ihren Bruder ein Leben auf zu bauen.

Refilwe und ihr Bruder im Child Headed Household der Ndlovu Care Group. Als AIDS-Waisen waren die Kinder unterernährt und obdachlos.

Refilwe in ihrer Jungen-Schuluniform. Zur Schule darf sie nur in Uniform gehen. Sie hat kein Geld für eine eigene Uniform, so trägt sie alte Sachen anderer auf.