Das Audiology Team unterwegs in Bloempoort

Das Audiology Team der Ndlovu Care Group war in den vergangenen drei Monaten voll beschäftigt mit einem zusätzlichen Service. Sie waren seit Anfang Februar in der Region um Bloempoort unterwegs, um Hörtest durchzuführen. Alt und Jung waren eingeladen, sich an den verschiedenen Standorten, die das Team im regelmäßigen Turnus besuchte, testen zu lassen.

Während des ersten Schulquartals wurden 255 Schüler getestet. Die Kinder nahmen sehr gern teil, mit dem Ergebnis, dass 42 Schüler in die Ndlovu Care Klinik zur Behandlung überwiesen wurden. Weitere 27 Schüler wurden zur genaueren Untersuchung geladen. Gerade für die Schüler ist ein funktionierendes Gehör wichtig. Schwerhörige Kinder werden meist vorschnell als mental gestört und lernschwach abgestempelt. Es ist für ihre schulische Förderung und zukünftige Entwicklung natürlich fatal, wenn die Schwäche allein auf Schwerhörigkeit zurückzuführen ist. Dem kann ganz schnell Abhilfe geschaffen werden, es muss nur festgestellt werden. Deswegen ist es für das Audiology Team so wichtig gerade in den Schulen rechtzeitig ihre Untersuchungen durchzuführen.

Schwerhörigkeit – als eine nicht übertragbare Krankheit – wird als das häufigste sensorische Defizit der menschlichen Bevölkerung angesehen. Es wird geschätzt, dass mindesten 41 Millionen Kinder im Alter von unter 15 Jahren in den Entwicklungsländern mit Hörverlust leben. Das macht diese Krankheit in Entwicklungsländern wie Südafrika zu einer leisen, übersehenen Epidemie. Babys von HIV-Positiven Müttern leiden durch die Virusinfektion mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit unter angeborene Schwerhörigkeit oder entwickeln im Laufe der Zeit eine Hörschädigung. Diese Säuglinge haben ein erhöhtes Risiko für Mittelohrentzündungen, die zu Schallübertragungsschwierigkeiten führen können. Der Verlust des Gehörs hat unweigerlich weitreichende emotionale, soziale, aber auch berufliche und somit wirtschaftliche Konsequenzen.

Für die kommenden Ferien hofft das Team noch viele weitere Tests durchführen zu können und hat alle Erziehungsberechtigten eingeladen, ihre Kinder vorbeizubringen. Jeder, der unsicher über seine Hörfähigkeiten oder die seiner Angehörigen ist, ist willkommen, sich testen zu lassen.

Außerdem ist das Team sehr um die älteren Gemeindemitglieder bemüht. „Ich kann etwas hören“ ist das Schönste, was die Teammitglieder gesagt bekommen können. Von den Patienten, die in der Station auf dem neuen Mini Campus getestet wurden, konnten vier mit Hörgeräten ausgestattet werden. Nun können sie vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt etwas sehr gut verstehen. Die Patienten selbst sind voll des Lobes über die Freundlichkeit und Professionalität der Teammitglieder. Deren Arbeit trägt jeden Tag dazu bei, das Leben in dieser armen ländlichen Region ein Stückchen besser zu machen.

 

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Die Vorschüler im neuen Mini Campus in Bloempoort freuen sich auf den Audiology Test.

Die Mitarbeiter des Audiology Teams sorgen auch für die älteren Gemeindemitglieder.

 

Diese alte Dame kann nun wieder – vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben – richtig gut hören.

 

Das Audiology-Team bei der Arbeit in Bloempoort.

42 der 255 Vorschüler in Bloempoort wurden zur weiteren Behandlung in die Ndlovu Care Klinik überwiesen.

Zwei mit Leidenschaft und Kreativität

Für viele der jungen Elandsdoorner ist das „Miracle-Theater“ ein Ort, an dem sie sich kreativ ausleben können: Singen, Tanzen, Schauspielern. Dank der Unterstützung der Ndlovu Care Group mit Musikinstrumenten, Ausbildern und auch dem Tonstudio kann sich hier jeder selbst verwirklichen. Sandile ist der Leiter des Mircale Theaters. Er war selbst ein herausragender Sänger, Tänzer und Schlagzeuger im Ndlovu Youth Choir, als der Chorleiter Ralf Schmitt sein Potenzial erkannte und beschloss, ihn zu fördern. Sandile absolvierte eine Reihe von Kursen und Ausbildungen, die ihn als DJ, Aufnahmeleiter und Percussionist qualifizierten.

Vor Kurzem wurde Sipho, ein enger Freund Sandiles und auch ein ehemaliges Mitglied des Chores und vielseitiger Musiker zum musikalischen Leiter des Miracle Theaters ernannt. Sandile und Sipho lieben beide die Musik und teilen die Begeisterung beim Performen. Jeden, der ihre Leidenschaft teilt, wollen sie glücklich machen. So erzählt Sandile, dass sie täglich mindestens vier Nachrichten von Personen erhalten, die ihre Musik im Miracle-Tonstudio aufnehmen wollen. Sie versuchen jeden, der auch nur das geringste künstlerische Potenzial besitzt, zu unterstützen.

Die Firma Thomann unterstütze im letzten Jahr umfangreich den Aufbau des Tonstudios in Elandsdoorn und nicht lange danach schickte Sandile einen Aufruf an alle Musiker mit dem Vorschlag, eine Jazzband zu gründen. Das Interesse war enorm. Wie Sandile berichtet, war bisher in der ländlichen Gegend um Elandsdoorn die einzige Möglichkeit ein Instrument zu spielen in der Kirche. Und so wurde das Angebot im Miracle Theater mehr als willkommen geheißen. Bald fanden sich ein Keyboarder, ein Pianist, ein Bassist und ein Schlagzeuger zu einer kleinen Band zusammen. Sandile ist der Sänger und „Allrounder“ der Truppe. Auch Sipho ist mit dabei und kann alle Instrumente spielen. Sie nennen sich  „Umkhonto“, was „Speer“ bedeutet. Die Band probt regelmäßig und macht riesengroße Fortschritte. Das wird auch von Ralf dem Chorleiter anerkannt und gewürdigt: Er setzt die „Umkhonto“ nun regelmäßig bei Auftritten des Ndlovu Youth Choir ein.

Sandile und Sipho gestehen ein, dass sie ziemlich beschäftigt sind. Sehr häufig proben sie bis nach Mitternacht. Beide geben am Miracle Unterricht. Sipho bietet Klavierstunden, DJ-Unterricht und vieles mehr an. Niemand soll abgewiesen werden, unabhängig von Alter oder Fähigkeiten. Sandile und Sipho helfen allen Leuten, die ihre Aufnahmen im Ndlovu Aufnahmestudio machen wollen, und haben bereits viele Tapes für angehende Künstler angelegt. Dabei haben sie bereits einige junge Menschen mit erstaunlichen Talenten kennengelernt. Sie unterstützen einfach alles: von guten Ratschlägen zu den Aufnahmen bis hin zur Begleitung der Künstler zu Auftritten. Das ist schon erstaunlich viel Engagement, wenn man bedenkt, wieviel Zeit allein eine gute qualitative Aufnahme im Tonstudio in Anspruch nimmt.

Für die beiden jungen Männer ist dies mehr als nur ein Job. Es ist ihre Leidenschaft. Ihre Kreativität bedingt sich gegenseitig und wächst von Tag zu Tag – sie fördern und fordern sich gegenseitig jeden Tag aufs Neue, probieren neue Methoden aus und erforschen einfach alle Möglichkeiten der neuen LOGIX-PRO-X digital workstation, die sie neuerdings im Tonstudio benutzen.

Die Kombination aus Disziplin und Teamarbeit gepaart mit der Leidenschaft und Kreativität der beiden ist eine echte Bereicherung für die Jugendarbeit im Miracle Theater und spiegelt perfekt die Werte der Ndlovu Care Group wider.

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Freunde im Rollstuhl: die besondere Geschichte von Danny und Onkel Joseph

Onkel Joseph ist jemand, den man immer antrifft, wenn man zum Ndlovu Sports Ground in Elandsdoorn geht. Er sitzt im Rollstuhl und die Kinder lieben ihn sehr. Immer stehen ein oder zwei bei ihm an Rollstuhl und halten ein Schwätzchen. Onkel Joseph ist ein sehr guter Tennisspieler und eine Inspiration für viele der jungen Tennisspieler der Gemeinde insbesondere der Rollstuhl-Tennisspieler.

Onkel Joseph war derjenige, der das außerordentliche Talent von Danny Mohlamonyane, einem jungen Mann aus der Gemeinde Elandsdoorn, entdeckte. Danny spielt ebenfalls Rollstuhl-Tennis und so entspann sich schnell ein starkes Band der Sympathie zwischen den beiden Männern. Onkel Jo begann, Danny zu fördern und herauszufordern. Durch seinen sehr großen Ehrgeiz und unbedingten Willen zum Erfolg kam Danny oft an seine Grenzen, scheiterte mit seiner Wut an sich selbst. Onkel Jo war es, der ihm beibrachte, seine Aggressionen ins Spiel zu stecken, auf seinen Tennisschläger zu übertragen.

In 2012 wurde auch David Rakalakane von der Ndlovu Care Group auf diesen außergewöhnlichen Spieler aufmerksam und begann Danny zu coachen. Später in diesem Jahr rekrutierte ihn die WTSA (Wheelchair Tennis South Africa) für ihren Kader. Hier spielte Danny von 2013 bis 2015. Er qualifizierte sich in der Top-Kategorie der QUADS (Querschnittgelähmten) und bekam seinen ersten professionellen Rollstuhl. Vorher kam er immer gerade so über die Runden und war auf gebrauchte Tennisausrüstung und Rollstuhl angewiesen. Im Mai 2015 spielte er als Profispieler für die WTSA bei den Mannschaftsweltmeisterschaften in der Türkei.

Im Januar 2016 spielte er Weltmeisterschaftsturniere in den USA, im Februar in England, im März in Israel. Auch im Japan nahm er an den Turnieren in Japan teil. Mittlerweile ist der bei den Top 50 Südafrikas auf Platz 20.

Danny glaubt stark daran, dass mit der richtigen Ausrüstung und der entsprechenden Unterstützung alles möglich ist. Oft denkt er an die anfeuernden Worte von Onkel Joseph zurück, wenn er auf seinen Turnieren ist. Sein großes Ziel ist es unter die Top 10 zu kommen, dafür übt er pausenlos weiter.

Danny ist optimistisch und arbeitet hart für sein Ziel, es an die Spitze der WTSA zu bringen. Er arbeitet als selbstständiger KFZ-Mechaniker. Oft kann er es nicht glauben, wie weit er es als gehandicapter Mensch in seiner Sportlerkarriere schon gebracht hat, und denkt dann dankbar an alle zurück, die ihn dabei unterstützt haben. Besonders an Onkel Joseph.

Rollstuhl-Tennis ist eine tolle Alternative für gehandicapte Sportbegeisterte wie Danny