Charlotte – Eine Gewinnergeschichte mit Höhen und Tiefen

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir uns riesig gefreut, bekannt geben zu können, dass Lawrence und Charlotte aus dem Ndlovu CHAMP Kinderprogramm ausgewählt wurden, am Clipper-round-the-world-Yachtrennen der Sapinda Rainbow Foundation teilzunehmen. Nachdem Lawrence bereits im Herbst letzten Jahres seine Reise absolvierte, trat Charlotte Ende März ihre große Reise an.

Lawrence und Charlotte

Lawrence und Charlotte wurden ausgewählt am Clipper-round-the-world_Yachtrennen teilzunehmen.

Sie nimmt an der 6. Staffel des Rennens teil und startet in Qingdao, China. Ihr Weg führt sie dann in 33 Tage 9000 km quer über den Pazifik bis nach Seattle, USA. Charlotte wurde von der Sapinda Rainbow Foundation unter den vielen Bewerbern aufgrund ihrer körperlichen Fitness und Stärke (ihr Hobby ist Kickboxen) und ihrer Gewinnermentalität ausgewählt. Sie sagt selbst: „Ich glaube, ich kann alles schaffen, wenn ich konzentriert auf meine Ziele und Träume bleibe, egal, welche Herausforderungen noch auf mich zu kommen.“

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In ihren ersten Lebensjahren musste Charlotte harte Schicksalsschläge verkraften. Im Jahr 2002 verlor sie ihre Mutter. Charlotte war zu diesem Zeitpunkt in der 4. Klasse. Sie und ihre Schwester blieben als Vollwaisen im Haus ihrer Eltern zurück, waren auf sich allein gestellt und mussten für sich selbst sorgen. Als ihre Schwester fortging nach Witbank, blieb Charlotte völlig allein zurück. Das war die Situation, die die Ndlovu-Mitarbeiter vorfanden, als sie Charlotte das erste Mal als kleines Mädchen trafen.

Doch die Mutigen kommen weiter: Charlotte hat sich niemals versteckt, sich jeder Herausforderung gestellt. Sie ist auf jeder Ndlovu-Veranstaltung zugegen, engagiert sich, wo immer Hilfe benötigt wird und ist eine der Top-Sängerinnen im Ndlovu Youth Choir. Ihr Engagement im Rahmen des Ndlovu CHAMP Kinderprogramms brachte sie weg von der Straße, brachte ihr eine Heimat, einen Freundeskreis und eine Zukunft, die sie zu nutzen entschlossen ist. So brach sie dann auch verdientermaßen zu diesem großen Abenteuer im März dieses Jahres auf. Zuvor bereitete sie sich monatelang physisch und psychisch intensiv auf die Reise vor. Im April des letzten Jahres absolvierte Charlotte zusammen mit Lawrence ein Vorbereitungstraining in London. Das allein war schon ein großes Abenteuer.  Auf dem Schiff bekamen sie im Schnelldurchlauf von 2 Wochen einen intensiven Einblick in die Herausforderungen, die sich ihnen auf See stellen werden.

Charlotte im Trainingslager

Charlotte im Trainingslager

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Kurz bevor Charlotte am 20. März zu ihrem Rennen aufbrach, schrieb sie:

„Ich bin so aufgeregt und freu mich so sehr auf den Start des Rennens und endlich meine Crew-Mitglieder kennenzulernen. Meine Freunde, Familie und die Gemeinde zu Hause sind auch so aufgeregt, dass ich an diesem Rennen teilnehme und das jemand aus ihrer Mitte was anderes macht, einen anderen Weg beschreitet. Es ist eine Motivation für die jungen Leute besonders für die Außenseiter oder die Teenager-Mütter, die sich besonders darauf freuen, mich zu treffen, wenn ich wieder komme und alles über meine Reise zu hören.

Ich freu mich darauf zu lernen und mit Menschen zu arbeiten, die alle unterschiedliche Hintergründe, Kulturen und Religionen haben. Ich glaube, für mich wird die größte Herausforderung nicht seekrank zu werden. Ich wurde sogar schon im Trainingslager in London seekrank. Aber ich bin willens zu lernen und mich dem zu stellen – ich denke, diese Einstellung wird helfen.

Ich glaube, ich kann Mut und Motivation ins Team einbringen.  Ich habe viele Ratschläge von meinen Kameraden bekommen und werde diese beherzigen.  Sie erzählten von den guten aber auch den schlechten Erfahrungen wie z. B. den Stürmen, der Kälte und auch Kommunikationsschwierigkeiten im Team. Ich werde definitiv einiges Neues über mich erfahren und ich hoffe, ich werde durch die Teilnahme an diesem Rennen mental noch stärker und sicherer.

Ich denke, diese Erfahrung wird einen großen Eindruck bei mir und meiner Gemeinde hinterlassen, wenn ich wieder zurück bin. Mit Sicherheit zeigt es, dass Du alles erreichen kannst, wenn Du für Dich selbst einstehst, für Deine Zukunft kämpft, jede Möglichkeit ausschöpfst. Ich möchte den Menschen zeigen, dass die guten Dinge im Leben nicht einfach so passieren, dass du dich den Herausforderungen stellen musst, um daran zu wachsen. Dass du auch scheitern wirst, bevor du erfolgreich sein wirst.“

Charlotte kurz vorm Abflug nach Qingdao

Charlotte kurz vorm Abflug nach Qingdao

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Das Ziel dieser Reise ist es, dass die jungen Teilnehmer aus dem Ndlovu CHAMP Kinderprogramm die Erfahrungen, die sie auf dieser Reise machen, ihre persönliche Entwicklung derart beeinflussen, dass sie ihre neuen Fähigkeiten selbstbewusst in die Gemeinde tragen und andere inspirieren. Charlotte ist bereits jetzt so motivierend und positiv. Während ihrer Reise erreichte uns folgende Nachricht von ihr am 29. März:

„Ich möchte mich bei allen bedanken, die diese unglaubliche Reise möglich gemacht haben. Es ist so spannend und ich habe wirklich viel Spaß. In Qingdao war es wirklich schwierig mit den Menschen zu kommunizieren, da sie kein Englisch verstanden und alle Auszeichnungen in den Läden ausschließlich auf Chinesisch waren. Nichtsdestotrotz ist Qingdao ein wirklich wunderschöner Ort.

Der Start des Rennens war unglaublich, ich war hingerissen von den Leuten und das Feuerwerk war wundervoll. Zweimal sind wir die Parade gefahren, haben den Menschen zugewunken, die zur Verabschiedung kamen. Das Rennen startet nicht genau am 20. Da wir den Motor erst außerhalb des Hafens anwerfen konnten, um die Fischernetze vor der Küste nicht zu beschädigen. Also ging es früh um 7:00 Uhr am nächsten Morgen los und jeder war an Deck, um den Rennstart nicht zu verpassen.

Aufbruch zur großen Reise (Charlotte 3. v.r.)

Aufbruch zur großen Reise (Charlotte 3. v.r.)

Jeder außer mir, denn wie befürchtet war ich sofort seekrank. Ich hatte so schweres Magengrummeln, das war wirklich nicht schön. Ich habe mich wirklich schlecht gefühlt, nicht nur wegen der Seekrankheit, auch weil ich das Gefühl hatte, die Crew im Stich zu lassen. Aber sie versicherten mir, dass alles vollkommen in Ordnung wäre, da es schon mal vorkommen kann, dass jemand in der ersten Woche wegen Krankheit ausfällt. Das hält sie aber nicht davon ab, weiterzumachen, die nächste Etappe muss erreicht werden.

Das hat mich gelehrt, dass es im Leben immer Höhen und Tiefen gibt, aber dass man nicht zulassen darf, dass einen das zurückwirft. Dann muss es heißen: Zähne zusammenbeißen und weitermachen.“

Bei der täglichen Arbeit

Bei der täglichen Arbeit

Das war 2 Tage vor dem schrecklichen Unglück. Am 1. April erreichte uns dann eine furchtbare Nachricht. Das Crewmitglied Sarah Young, die bereits seit dem vergangenen Sommer mehr als 300 Tage auf See war, wurde von einer Welle erfasst und von Bord gespült. Es gab keine Rettung mehr, ihr Körper konnte später nur noch tot geborgen werden. Im Gegensatz zu den vielen Amateuren, die an Bord mitsegeln, gehörte Sarah zu den erfahrenen Crew-Mitgliedern. Ihr Tod war ein Schock für alle. Zwei Tage später bestattete das Team Sarah auf hoher See, weil es noch zu lange Zeit hin ist, bis man wieder an Land kommen würde. Die Zeremonie schloss Charlotte, indem sie ein traditionelles Zulu-Lied für sie sang. Mit Sicherheit war das keine leichte Aufgabe.

Das Ende dieser Reise war überschattet von diesem tragischen Unglück und man kann sich nicht annähernd vorstellen, wie schwer und emotional das für das Team sein muss, mit den jeweiligen Gedanken und Gefühlen noch weitere drei Wochen auf diesem Boot zu sein.

Am 26. April erreichte die Crew Seattle und Charlotte wurde direkt von Hugo Tempelman und seiner Frau Liesje in die Arme geschlossen und herzlich zurück in der Familie begrüßt. Auf einer Charitygala gemeinsam von Ndlovu und Sapinda Vertretern bekam Charlotte die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen und bewegte die Anwesenden damit tief. Obwohl die Ereignisse schrecklich waren, ist Charlotte eine Gewinnerin und steht immer wieder auf. Ihr geht es gut und sie wird freudig zurück in der Heimat erwartet.

Gesund und glücklich wieder angelandet

Gesund und glücklich wieder angelandet

Auf der Spendengala erzählt Charlotte ihre Geschichte

Auf der Spendengala erzählt Charlotte ihre Geschichte

Zu der Zusammenarbeit mit der Sapinda Rainbow Foundation erklärte Hugo Tempelman: „Die Zusammenarbeit zwischen Ndlovu und der Sapinda Rainbow Foundation mit dem Clipper-round-the-world-Yachtrennen und dem Zusammentreffen hier in Seattle eröffnet viele Möglichkeiten. Seattle ist die Hauptstadt der HIV/AIDS-Forschung und auch der Nächstenliebe.  Die Synergie-Effekte zwischen unseren Projekten sind enorm. Wir sind alle der Meinung, dass HIV in der heutigen Zeit nicht mehr das Problem sein sollte, wie es derzeit noch ist und endlich ausgerottet werden sollte. Beide Parteien wollen übereinstimmend Gesundheitsstandards aufbauen und daran forschen, wie dieser Krankheit ein Ende gesetzt werden kann.“ Nachdem die Hugo Tempelman Stiftung den Kontakt zwischen Sapinda und Ndlovu hergestellt hat, freut es uns nun natürlich besonders, dass hier eine fruchtbare und nachhaltige Zusammenarbeit zustande gekommen ist.

Im Vorfeld berichteten wir hierzu:

18.3.2015 Champs auf großer Fahrt

25.5.2015 Die Matrosen sind zurück

Gute Nachricht: Minicampus ist fast fertig

Dank der großzügigen Unterstützung von Bild hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“, organisiert durch die Hugo Tempelman Stiftung und Sponsorengelder der Tjommie Stiftung baut die Ndlovu Care Group einen brandneuen Minicampus in Bloempoort. Dieses Projekt wird eine enorme positive Veränderung im Leben der Kinder sein, die zu weit weg vom Elandsdoorner Campus wohnen. Der neue Campus wird aus einer Vorschule, einer Nutrition Unit und einem Chill Hub House bestehen. Wie schon im ersten Minicampus in Elandsdoorn, werden u.a. auch ein Sozialarbeiter und ein Lebenshilfeberater den Kindern und Jugendlichen zur Seite stehen. Es wird eine nachschulische Betreuung geben, um nicht nur die Schularbeiten zu kontrollieren, sondern auch Nachhilfe für Kinder und Jugendliche, die aufgrund familiärer Schwierigkeiten oder gesundheitlicher Probleme besondere Unterstützung brauchen.
Ndlovu macht es sich zum Ziel, Kinder und Jugendliche und auch behinderte Kinder in allen Bereichen zu fördern: Beim Sport, in der Schule und im kulturellen/künstlerischen Bereich werden Talente gefördert – siehe z. B. den NDLOVU YOUTH CHOIR.

Ndlovu bietet ein einzigartiges ganzheitliches Vorsorge- und Versorgeprogramm: Kinder, bei denen man feststellt, dass sie ganz gleich ob im medizinischen oder sozialen Bereich bedürftig sind, werden in jeder Beziehung unterstützt. Ndlovu gibt diesen Kindern die Chance und das Wissen, sich selbst und die Umstände zu ändern, um ein normales Leben führen zu können. Dies alles mit dem großen Ziel die maximalen Möglichkeiten zu schaffen für eine Generation verantwortungsvoller, gesunder, arbeitsfähiger junger Südafrikaner.
Das Ndlovu Research Consortium betreut dieses Projekt interdisziplinär, um somit evidenter als je zuvor in Südafrika eine Grundlagenforschung über integrative Kinderbetreuung zu betreiben. Davon werden nicht nur die Kinder in diesem Projekt profitieren, sondern die Gemeinde generell und auch die südafrikanische Regierung im Ganzen, die in der Lage sein wird, die Benchmarks dieser Einrichtung auf zukünftige ähnliche Projekte anzuwenden.

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Das Ende einer Ära einfühlsamen Helfens und außergewöhnlichen Erfolgs

Dr. Hugo Tempelman, der die 24h-Mutter-Kind-Klinik im Jahr 1998 eröffnet hat und seit 2003 das PMTCT-Programm (Prevention of Mother to Child Transmission of HIV) betreibt, erklärt in einem offenen Brief:

Liebe Spender und Menschen, die ein großes Herz für Ndlovu haben,

mit großem Bedauern, aber in gutem Geiste möchten wir Sie darüber informieren, dass die 24h-Mutter-Kind-Klinik im Medical Center in Elandsdoorn geschlossen wird.

Wir wurden durch das Gesundheitsministerium informiert, dass die Privatkliniklizenz für den 24h-Betrieb nicht erneuert wird, solange nicht umfassende Investitionen getätigt werden. Es war nie unsere Absicht eine Privatklinik zu werden, aber das Anbieten eines 24h-Services bringt uns in diese Kategorie. Deswegen werden an uns die gleichen Standards angelegt wie bei den großen auf Gewinn ausgelegten Privatkliniken wie Netcare, MediClinic oder Life-Science-Krankenhausketten.

So waren wir gezwungen, die Tragbarkeit und Funktionalität der 24h-Mutter-Kind-Klinik realistisch zu prüfen, bevor wir uns für umfassende Neuinvestitionen entschieden.

Als wir 1998 starteten, Schwangerschaftsbetreuung anzubieten, war das Ndlovu Medical Center die einzige Klinik in Moutse für eine Gesamtbevölkerung von 120 000 Einwohnern. Im Laufe der Jahre hat das Gesundheitsministerium die Situation hier vor Ort verbessert und zwei neue Kliniken eröffnet, die beide Schwangerschaftsbetreuung anbieten, Marapo und Ntwane. Als Resultat daraus konnten wir bei Ndlovu in den letzten fünf Jahren einen Rückgang der Entbindungen in unserem Haus feststellen, von ungefähr 500 im Jahr auf 183 im Jahr 2015.

Bezüglich unseres einzigartigen PMTCT-Programms mit einer HIV-Übertragungsrate von weniger als 1% von der Mutter auf das Kind seit der Initiierung im Jahr 2003, können wir festhalten, dass wir auch hier unser Ziel erreicht haben: Das Ndlovu PMTCT Protokoll wurde vom Gesundheitsministerium übernommen und alle Kliniken in Südafrika haben mittlerweile eine sehr geringe Mutter-Kind-HIV-Übertragungsrate. Die Ndlovu Care Group hat ihre Forschungs- und Behandlungsergebnisse immer dem nationalen Ausschuss für PMTCT vorgelegt und damit wesentlich dazu beigetragen, dass sich das nationale Protokoll verbessert. Wir haben unser Ziel erreicht.

Der Vorstand der Ndlovu Care Group konstatiert weiterhin, dass Schwangerschaftsbetreuung und Dienstleistungen rund um die Geburt in dem sich wandelnden Umfeld bezüglich der ärztlichen Haftung ein großes Risiko für die gesamte Organisation darstellen. Zweimal wurde Ndlovu in der Vergangenheit in Rechtsstreitigkeiten verwickelt, und auch wenn diese jeweils vor der Verhandlung beigelegt werden konnten, so stellten sie doch ein Risiko für die Organisation in all ihren Bereichen dar. Diese Fälle ärztlicher Haftung begründen die Notwendigkeit eines erweiterten medizinischen Versicherungsschutzes für die Ärzte der Ndlovu Care Group. Der zusätzliche Versicherungsschutz kostet ca. 130 000 R pro Jahr pro Arzt. Bei der Ndlovu Care Group arbeiten drei Ärzte, um den Service der 24h-Klinik abzudecken.

Alles in allem haben wir beschlossen, nicht gegen die Entscheidung vorzugehen, sondern uns daran zu halten und zu schließen. Die Ndlovu Care Group wird für ihre Mitarbeiter sorgen und wir sind dabei einen Plan zu erarbeiten, der allen so gerecht wie möglich wird. Viele interne Stellen werden durch das Personal der 24h-Klinik besetzt werden. Auch Stellen für neue Programme wie das Behinderten-Reha-Programm werden intern ausgeschrieben und besetzt werden.

Am Mittwoch den 13. April traf sich der Vorstand mit dem Kuratorium der Ndlovu Care Group und nach langen Diskussionen wurde beschlossen, die 24-h-Klinik mit sofortiger Wirkung gemäß dem Schreiben des Gesundheitsministeriums zu schließen.

Ein umfassendes Treffen mit allen Interessensvertretern, Mitarbeitern, der Gemeinde, Politikern und Parteien, traditionellen Führern, religiösen Gruppen und dem Gesundheitsministerium hat in den vergangen Tagen stattgefunden. Hierbei wurden alle über die Hintergründe unserer Entscheidung informiert und haben Verständnis gezeigt.

Die Ndlovu Care Group und alle ihre Patienten, die Tausenden Kinder, die in der Colombine Maternity Unit ohne HIV-Infektion geboren wurden, alle Mitarbeiter, der Vorstand und ich selbst möchten uns bei Ihnen bedanken für Ihre Unterstützung, die Finanzierung, die Herzenswärme, die uns entgegen gebracht haben, bei unseren Bemühungen, die medizinische Lücke zu füllen, die es in dieser Gegend gab.

Als eine NGO haben wir hier eine Lücke ausgefüllt, solange bis die Regierung selbst in der Lage war, dies zu übernehmen. Das ist es, was eine NGO tun sollte.

Mit Stolz können wir sagen, wir haben unser Bestes gegeben und geben dies nun, ohne zu zögern aus den Händen, da die Betreuung unserer Gemeinde ohne Unterbrechung weitergeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Hugo Tempelman

=== Nachtrag ===

Die Bilder sind während des Cosatu-Streiks (Congress of South African Trade Unions) 2010 entstanden. Die Klinik war derart überfüllt, dass die werdenden Mütter auf Matratzen im Flur auf ihre Niederkunft warten mussten. Neugeborene lagen zu zweit in Inkubatoren, weil nicht genügend zur Verfügung standen.

Selbstverständlich werden wir Sie weiter über die Arbeit von Hugo Tempelman, die vielen neuen Programme und Projekte nicht nur für die Gemeinde, sondern vor allem auch für die Kinder und Jugendlichen in diesem Gebiet informieren. Hugo und die Ndlovu Care Group konzentrieren sich nun verstärkt auf diese Projekte und setzten die Arbeit daran uneingeschränkt fort.

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Integriertes Lernen – ein Projekt, das den Menschen eine Zukunft bietet.

Seit einiger Zeit arbeitet die Ndlovu Care Group sehr intensiv und äußerst erfolgreich mit einer besonderen Lernmethode: dem „integrierten Lernen“, einer Kombination aus E-Learning und Workshops. Und so funktioniert es: Die Kurse, die in Elandsdoorn angeboten werden, bestehen aus drei Einheiten. Den Auftakt bildet ein zweitätiger Workshop, bei dem die Grundlagen vermittelt werden. Es schließen sich drei Monate des Selbststudiums an, bei dem die Teilnehmer alle Module via App, USB-Stick oder direkt online absolvieren können. Wichtig ist, dass innerhalb dieser Zeit alle Module abgeschlossen werden. Die Prüfungen können sooft man will wiederholt werden. Hat man die Prüfungen mit einer Erfolgsquote von mindestens 60 % abgeschlossen, folgt der abschließende zweitätige Workshop als Präsenzveranstaltung. Im Anschluss daran erhalten die Teilnehmer ihr Zertifikat.
Das Ziel ist es, so vielen Gesundheitshelfern wie möglich den Zugang zu neuen Informationen, Entwicklungen und auch neuem Wissen, das für ihre tägliche Arbeit notwendig ist, zu ermöglichen. Durch den überwiegenden E-Learning-Anteil können diese Fortbildungen auch in den entlegenen Gebieten durchgeführt werden.
Bisher waren die Kurse, die Ndlovu in der Vergangenheit angeboten hat, medizinspezifisch ausgelegt und an die Mitarbeiter des Ndlovu Medical Centers adressiert. Der neue Kurs, der im Februar angeboten wurde, ist für Menschen entwickelt worden, die vornehmlich mit jungen Leuten zusammenarbeiten: für Lehrer, Sozialarbeiter, Lebenshilfe-Trainer. Dementsprechend waren die Inhalte natürlich auch sehr breit gefächert: HIV-Prävention, sexuelle übertragbare Krankheiten, Teenager-Schwangerschaften, sexuelle Gewalt, Sexualität (speziell die Ungleichheit der Geschlechter), Drogenmissbrauch, Sexualkunde (Fortpflanzungsorgane, Menstruation etc.). Und vor allem war Kommunikation ein wichtiges Thema. Diese Menschen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen und müssen quasi deren Sprache sprechen. Während des Kurses gibt es Rollenspiele und Aktivitäten, bei denen die Teilnehmer lernen, wie sie die Inhalte kommunizieren können. Das eigentliche Ziel des Kurses ist der Schneeballeffekt: Die Teilnehmer tragen das Gelernte in die Gemeinschaft und dort soll sich das Wissen verbreiten.

Der Zulauf für diesen Kurs war so groß, dass Bewerber aufgrund des begrenzten Platzes abgewiesen werden mussten, denn die intensive Zusammenarbeit in den Workshops bedingt eine begrenzte Teilnehmerzahl. In Rollenspielen wird nicht nur agiert, auch die anderen Teilnehmer verfolgen aktiv das Geschehen und geben im Anschluss kritisches Feedback. Aus diesem Grund konnten in diesem Kurs nur 33 Teilnehmer aufgenommen werden.
Aufgrund der großen Nachfrage ist Ndlovu bemüht, weitere Workshops zu initiieren. Die Kurse sind für die Teilnehmer kostenfrei – und das möchten wir auch so beibehalten. Die Möglichkeiten durch diese Form des Lernens und der Weiterbildung ist für Menschen aus diesen entlegenen Gebieten eine wirkliche Chance, sich eine Zukunft aufzubauen. Deshalb hoffen und bitten wir um Ihre finanzielle Unterstützung. Jeder Euro zählt!

Vielen Dank!

 

Outreach of the Health[e]Living program

Short clip regarding the Health[e]Living program in South Africa. Since 2014, over 250 community healthcare workers, teachers, peer educators en Mama's reached out to young people in their communities, educating them regarding sexual and reproductive rights, mental health, drugs, addiction and nutrition.  Keep up the good work!

Posted by Health[e]Foundation on Mittwoch, 30. März 2016

 

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